Bericht des Vorsitzenden zur MV 14. März 2011 im Kump/Hallenberg

Liebe Mitglieder, liebe Gäste!
Hier ein kurzer Rückblick über das Jahr 2010, zunächst in Zahlen.
Inzwischen konnten wir das 200. Mitglied begrüßen. In den zurückliegenden Jahren sind  16 Mitglieder verstorben, 11 verzogen und ausgetreten, so dass  die aktuelle Mitgliederzahl 173 beträgt. Im zurückliegenden Jahr haben unsere Mitglieder etwa 750  Stunden ihrer Lebenszeit in die Arbeit und das Leben unseres Vereins eingebracht, dafür danke ich allen herzlich, ebenso danke ich den Vorstandsmitgliedern für ihr vielfältiges Engagement.
Durch die vielen Einsätze und informellen Kontakte untereinander ist das Beziehungsnetz im Verein auch im vergangenen Jahr dichter und tragfähiger geworden. Und diejenigen, die über längere Zeit Menschen begleitet und unterstützt haben, konnten die wertvolle Erfahrung machen, dass es ein wechselseitiges Geben und Empfangen war. In der Begegnung bekommen beide im alltäglich-menschlichen Handeln  je unterschiedlich den Wert ihres Lebens zu spüren.
Auf dem Hintergrund des fortschreitenden demographischen Wandels und der gesellschaftlichen Auswirkungen der Finanzkrise gewinnt der Grundgedanke der Bürgerhilfe, Lebenszeit gegen Lebenszeit zu tauschen, noch einmal in besonderer Weise an Bedeutung.
So hat der ursprüngliche,  zeitintensive Einsatz von Herrn Dr. Machemer und mir für unsere drei Vorschläge im Rahmen des LEADER-Prozesses innerhalb der Region Hochsauerland in zwei Fällen zum Erfolg geführt: Gründung einer Netzwerkagentur und Gründung von Bürgerhilfen; der Impuls zur Gründung von weiteren Weg-Gemeinschaften im Alter ist in unserer Region bisher noch ohne Echo.
Nach einer längeren Begleitphase kam es im September 2010 zu einer weiteren, erfolgreichen Neugründung eines Bürgerhilfevereins in Marsberg, sie starteten mit über 40  Mitgliedern; unsere beiden Vereine unterhalten eine wechselseitige Mitgliedschaft.
Auch in Brilon gibt es Bestrebungen, eine Bürgerhilfe zu gründen; ich war vor kurzem zu einer Informationssitzung der regierenden  Ratsfraktion für einen Vortrag und zu ersten Vorüberlegungen eingeladen worden. Auch für Brilon habe ich weitere Unterstützung in der Gründungsphase zugesagt.
Ebenso ist die regierende Ratsfraktion in Olsberg interessiert und hat mit Herrn Nolte,  dem Vorsitzenden der Medebacher Bürgerhilfe, seiner Zeit Kontakt aufgenommen, so dass der Bürgerhilfegedanke in alle Städten des Altkreises Brilon, der LEADER-Region, auf Grund unserer Aktivitäten angekommen ist.
In beiden Fällen gehen die Initiativen von den Mehrheitsfraktionen des Stadtrates aus, ähnlich wie in Marsberg, wo ein Arbeitskreis „Demographischer Wandel“ dann den Bürgerhilfegedanken erfolgreich in die Bürgerschaft gebracht hat.
In diesem Zusammenhang wird u.a. auch die Bedeutung der Internetpräsenz für die zukünftige Entwicklung sichtbar. Die gemeinnützige Stiftung „Bürgermut“ in Berlin hat unser Modell der Bürgerhilfe vor 3 Jahren in ihre Internetplattform www.weltbeweger.de aufgenommen und ohne unser aktives Zutun im Oktober 2010 immerhin mit 20 weiteren bürgerschaftlichen Vereinen für den Deutschen Engagementpreis nominiert.
Auf lokaler Ebene kam Anfang dieses Jahres die Frankenberger Zeitung auf uns zu, unseren Bürgerhilfeverein auf ihrer Internetplattform My Heimat mit einem Beitrag darzustellen. Wir haben es getan, auch wenn wir den Werbeeffekt gering einschätzen.
Die Bearbeitung der Internetangebote in diesem Bereich ist sehr zeitintensiv, macht aber deutlich, dass das bürgerschaftliche Engagement in unserer Gesellschaft von stark zunehmender Bedeutung ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass unser Modell  einer „Weg-Gemeinschaft im Alter“ auch im Hunsrück als „virtuelle Wohngemeinschaft Külz“ den Gedanken  „zusammenleben, getrennt wohnen“ selbständig unter Anleitung ihres Bürgermeisters gestaltet; am 26.10. wird er in Marburg-Bauerbach darüber berichten. Für Interessenten werden wir eine Fahrgemeinschaft bilden.
Die Bearbeitung bürgerschaftlicher Aktivitäten im Internet bestätigt unseren Ansatz zeit- und ortsnaher Hilfe, der von der Nachfrage um Unterstützung   lebt. Hier bedarf es noch der Ermutigung der Betroffenen, die oft viel zu spät bereit werden, Hilfe zu suchen. Die „Schamschwelle“ ist durch die Diskussionen um die Finanzkrise und Harz-IV bei den Menschen eher höher geworden; dieses lässt sich auch aus dem Rückgang der Anfragen in 2010 ersehen.
Dieser Rückzug in die eigene „Wagenburg“ schwächt ebenso die Bereitschaft der sogenannten Stärkeren aus der mittleren Generation, sich über den eigenen Kreis hinaus noch zusätzlich zu engagieren. Genau das aber ist eine typische Stressreaktion, die sich auf alt bewährte Strukturen zurückzieht. Die Grundlagen eben jener alten Strukturen aber werden durch den fortschreitenden demographischen Wandel und der zusätzlichen Mobilitätsforderung aus der Wirtschaft aufgelöst, so dass die privaten und sozialen Probleme immer gravierender werden.
Hier ist die Schaffung neuer, tragfähiger Ersatzstrukturen dringend erforderlich. Der Aufbau von Bürgerhilfen ist in diesem Zusammenhang ein wesentlicher Beitrag. –
Nun noch kurz zu einigen Punkten unseres Vereinslebens. Wie in den vergangenen Jahren waren das Sommerfest, die Nikolausfeier und die Aktion Heiligabend nicht allein wichtige Höhepunkte im Vereinsleben, allen Mitwirkenden auch an dieser Stelle herzlichen Dank.
Hingegen scheinen die regelmäßigen Begegnungsmöglichkeiten in Winterberg und Bromskirchen an Interesse zu verlieren, während gezielte Einzelaktionen auf reges Interesse stoßen, so auch ein Altweiber-Kaffee am 3.März mit 14 fest angemeldeten TeilnehmerInnen in Winterberg.
Bei der Gestaltung des demographischen Wandels in Bromskirchen, sowie  bei der Planung seiner 775 – Jahrfeier in 2013  wird die Bürgerhilfe weiterhin aktiv mitwirken. Zu unserem Sommerfest am 16. Juli laden wir Sie ganz herzlich ab 15.00 Uhr mit Gästen auf die Oberlinsphermühle in Bromskirchen ein.
Ich wünsche uns nun ein angeregtes Gespräch bei Schnittchen und Getränken. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Burkhard Zeunert                          bzeunert@web.de                  Bromskirchen, den 20.2.2011

 

 

 

 

 

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